Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

Landsmannschaften sind "[...] nach 1945 entstandene Zusammenschlüsse, in denen sich Vertriebene aus den früheren Ostgebieten des Deutschen Reiches und aus dem östlichen Europa auf der Basis ihrer Herkunftsregionen organisiert haben. [...] Seit 1957 sind die Landsmannschaften im Rahmen des Bundes der Vertriebenen, Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände, organisiert." [ 1 ]

Geschichtlicher Überblick

Bereits Anfang Januar 1945 wird in Vaterstetten bei München eine Betreuungsstelle für die Südostdeutschen Flüchtlinge eingerichtet.

Nach Kriegsende werden alle Einrichtungen, die sich mit der Betreuung der Landsleute beschäftigen, untersagt. Durch das Verbot der Schaffung von Vereinen oder Institutionen der Ausgewiesenen ist die Gründung von Landsmannschaften nicht möglich. Eine Betreuung der Flüchtlinge wird unter dem Dach der Caritas beziehungsweise des Evangelischen Hilfswerks ermöglicht.

Nach der Verkündung des Grundgesetzes gründen am 26. Juni 1949 in München Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben den Verband der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben, aus dem am 11. Februar 1950 der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland hervorgeht, der dann unter dem Namen Landsmannschaft die Form eines e.V. annimmt.

1950 wird die Siebenbürgische Zeitung gegründet, die ein "[...] Vermittler siebenbürgischer Nachrichten in weitestem Sinne, insbesondere Sprachrohr für Anliegen in innenpolitischen und heimatpolitischen Fragen [...]" ist. [ 2 ]

1952 wird in Rimsting das erste Siebenbürgische Altenheim gegründet. Später erfolgen ebenfalls unter der Obhut der Landsmannschaft die Gründungen der Altenheime in Gundelsheim a.N., Wiehl-Drabenderhöhe, Osterode/Harz und Lechbruck im Allgäu. Im Altenheim auf Schloss Horneck in Gundelsheim werden das siebenbürgische Archiv, die Siebenbürgische Bücherei und das Siebenbürgische Museum eingerichtet. 1962 wird der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde gegründet.

Zielsetzungen

Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen ist ein ideeller Verein zum Zweck der Förderung der Fürsorge für Vertriebene im Sinne des BVFG und der Heimatpflege. Dieses soll erreicht werden durch:

  1. Die Zusammenfassung der Siebenbürger Sachsen in Deutschland zur Vertretung ihrer gemeinsamen Belange in der Öffentlichkeit, insbesondere vor Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts,
  2. Beratungen der Mitglieder in allen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen, sowie Un-terstützung und Wahrung ihrer Rechte,
  3. Pflege und Förderung des Kulturerbes der alten Heimat, der Wissenschaft und Kunst der Siebenbürger Sachen, gleich wo sie leben,
  4. die Förderung der Jugendarbeit,
  5. Schaffung und Förderung von Einrichtungen der sozialen Hilfe. [ 3 ]

Die Landsmannschaft sieht es als ihre Aufgabe an, die Integration der Siebenbürger Sachsen in Deutschland zu fördern, den in Siebenbürgen Verbliebenen zu helfen und das kulturelle Erbe, die Traditionen zu erhalten.

Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen unterscheidet sich von einigen anderen Landsmannschaften dadurch, dass sie keine Forderungen auf Rückerstattung von Eigentum an den rumänischen Staat stellt.


[ 1 ] siehe Brockhaus Enzyklopädie, Band 13
[ 2 ] siehe Wilhelm Bruckner, Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, Seite 15
[ 3 ] siehe "Satzung der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.", 2